JuWis


 

Die Jungmitgliedervertreterinnen und Jungmitgliedervertreter der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der DGPs und der DGPA organisieren im Rahmen der Tagung „Psychologie und Gehirn“ an der Universität Freiburg verschiedene Programmpunkte für und mit JuWis. Dazu zählen die Workshops im Vorfeld der Tagung, ein internes Treffen („JuWi-Treffen„) und der Posterblitz.

Bei Fragen und Anregungen zum Programm der Jungwissenschaftlerinnen und Jungwissenschaftler könnt Ihr Euch gerne an uns wenden:


‣ DGPs Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie:

Alexander Lischke (alexander.lischke@uni-greifswald.de)

Barbara Schmidt (schmidt.barbara@uni-jena.de)


‣ Deutsche Gesellschaft für Psychophysiologie und ihre Anwendung (DGPA):

Anna-Lena Schubert (anna-lena.schubert@psychologie.uni-heidelberg.de)

Maurizio Sicorello (maurizio.sicorello@zi-mannheim.de)

Die Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der DGPs, die DGPA und die Kongressausrichter in Freiburg unterstützen uns finanziell bei unseren Angeboten für alle Jungwissenschaftlerinnen und Jungwissenschaftler. Dafür bedanken wir uns herzlich!


Workshops


Wir bieten zwei Workshops im Vorfeld der Tagung an. Diese finden am Dienstag, den 9. Juni 2020 (9:00-18:00 Uhr) und am Mittwoch, den 10. Juni 2020 (9:00-13:00 Uhr) statt. Ihr könnt Euch ab dem 15. Januar 2020 für den Workshop „Beyond-the-lab mobile EEG“ oder den Workshop „Einführung in R“ verbindlich anmelden, indem Ihr eine E-Mail mit dem Betreff „Pre-Conference Workshops PuG2020“ an Dr. Anna-Lena Schubert schickt. Die Teilnahmegebühren betragen 20 Euro für Mitglieder der DGPs Fachgruppe oder der DGPA und 90 Euro für Nicht-Mitglieder. Wir bedanken uns sehr für die finanzielle Unterstützung durch die DGPA und die Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der DGPs sowie durch die Firmen NIRx Medizintechnik GmbH und Brain Products.

Wir empfehlen eine frühzeitige Anmeldung, da die Teilnehmerzahl pro Workshop auf 20 Personen begrenzt ist. Wir vergeben die Plätze in Reihenfolge der Anmeldung.

Workshop 1: Beyond-the-lab mobile EEG“

Leitung: Dr. Martin G. Bleichner, Universität Oldenburg

Inhalte des Workshops: Mobile EEG-Hardware ermöglicht die Aufzeichnung von Gehirnaktivität außerhalb des Labors. Mobiles EEG eröffnet neue Möglichkeiten, die Beziehung zwischen Gehirn und Verhalten zu untersuchen. Anstatt die Gehirnaktivität von Individuen zu untersuchen, die alleine in einem abgedunkelten Raum sitzen und aufgefordert werden, sich so wenig wie möglich zu bewegen, können wir jetzt die Gehirnaktivität von Individuen in sozialen Situationen und im täglichen Leben untersuchen. Es besteht jedoch eine inhärente Spannung zwischen ökologischer Validität, experimenteller Kontrolle und technischer Machbarkeit. Beim Verlassen der gut kontrollierten Laborumgebung ergeben sich zahlreiche technische und methodische Herausforderungen. Da wir die Umgebung des Teilnehmers nicht mehr kontrollieren können, benötigen wir zusätzliche Sensoren (z. B. Mikrofone, Videokameras, Bewegungssensoren), die Informationen über die Situation des Teilnehmers liefern. Mit der zunehmenden Anzahl von Sensoren und Aufzeichnungsgeräten wird die integrierte Erfassung und Synchronisation der verschiedenen Datenströme essenziell. Herkömmliche, hardwarebasierte Ansätze für die Synchronisation und das Triggern, wie sie im Labor verwendet werden, sind häufig nicht realisierbar. Lab Streaming Layer (LSL) ist ein Softwaresystem zur einheitlichen Erfassung von Zeitreihen in Forschungsexperimenten, mit dem Daten von einer Vielzahl von Geräten gleichzeitig aufgezeichnet werden können. LSL übernimmt sowohl die Vernetzung, die Zeitsynchronisation, den (Fast-) Echtzeitzugriff als auch optional die zentrale Erfassung, Anzeige und Aufzeichnung der Daten.

In diesem Workshop lernen Sie mehr über mobiles EEG, ohrzentriertes EEG (cEEGrid) und Smartphone-basierte Experimente (Presentation). Außerdem erhalten Sie eine allgemeine Einführung in LSL. Sie erfahren, wie LSL mit einer Vielzahl von experimentellen Software-, Hardware- und Betriebssystemen für eine Vielzahl verschiedener Versuchsaufbauten verwendet werden kann. Sie lernen, wie Sie beim Aufzeichnen multimodaler Daten die bestmögliche Timing-Genauigkeit erzielen. Die Teilnehmer sind eingeladen, zum Workshop beizutragen, indem sie ihre LSL-Anwendungsfälle vorstellen oder ihr eigenes mobiles Setup (EEG) mitbringen.

Martin G. Bleichner studierte Kognitionswissenschaft an der Universität Osnabrück und erhielt 2005 seinen B.Sc.. Er studierte Kognitive Neurowissenschaften in Utrecht, Niederlande, wo er 2008 seien M.Sc. erhielt. Im Anschluss daran arbeitete er an der Entwicklung des ersten vollständig implantierbaren Brain-Computer-Interface am Universitätsklinikum Utrecht. Diese Geräte werden derzeit von schwerstgelähmten Patienten für die unabhängige Kommunikation zu Hause verwendet. Martin Bleichner promovierte 2013. Seit 2013 arbeitet er an der Universität Oldenburg. Bis 2019 arbeitete er im Exzellenzcluster „Hearing4all an der Integration von Gehirnaufzeichnungen und Hörgeräten. Darüber hinaus untersuchte er die neuronalen Grundlagen sozialer Interaktion an der Schnittstelle von darstellender Kunst, Psychologie und Neurowissenschaften. Seit 2019 ist er Leiter der Emmy-Noether-Gruppe „Neurophysiologie im Alltag. Er arbeitet an der Entwicklung mobiler und ohrzentrierter EEG-Lösungen für die Erfassung und Erforschung von Gehirnaktivität in Alltagssituationen. Er hat das cEEGrid mitentwickelt, ein Elektrodenarray welches um die Ohren herum angebracht wird und mit welchem Gehirnaktivität in der Öffentlichkeit aufgezeichnet werden kann (transparentes EEG). Sein aktueller Forschungsschwerpunkt ist die Schallwahrnehmung im Alltag und die Entwicklung einer wahrnehmungsbasierten Lärmdosimetrie. Seine interdisziplinäre Arbeit umfasst das Entwerfen, Entwickeln, Integrieren und Anwenden neuer Technologien, um die Gehirnaktivität außerhalb des Labors zu untersuchen.

Workshop 2: Einführung in R“

Leitung: Prof. Dr. Andrea Hildebrandt, Universität Oldenburg

Inhalte des Workshops: R ist eine speziell für statistische Anwendungen und Datenvisualisierungen entwickelte Programmiersprache, die in den vergangenen Jahren immens an Bedeutung gewonnen hat. Die Gründe dafür sind vielfältig; sie reichen von der freien Verfügbarkeit über die hohe Flexibilität der Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Datenmanagement und statistische Analysen bis hin zu dem umfassenden Support der Autoren verschiedener R-Pakete.

In diesem Workshop werden die Teilnehmer an das Programm herangeführt, sodass die zahlreichen Möglichkeiten für die Anwendung herausgearbeitet werden. Das Hauptziel zum Ende des Workshops besteht darin, die Teilnehmer davon überzeugt zu haben, dass eine vielseitige wissenschaftliche Arbeit im Bereich der (biologischen) Psychologie mithilfe von R deutlich effizienter und versierter zu bestreiten ist. Nachdem der Aufbau des Programms und die Grundlagen der R-Sprache im ersten thematischen Block des Workshops vermittelt werden, wendet sich der zweite Block den Grundlagen des Datenmanagements mit R zu. Im Verlauf werden dann die Möglichkeiten der Datenvisualisierung vorgestellt und ähnlich wie die vorangegangenen Themen mit selbstständigen Übungen gefestigt. Im letzten thematischen Block des Workshops werden grundlegende deskriptive und inferenzstatistische Analysen in R veranschaulicht; es werden parametrische und nicht-parametrische Tests hinsichtlich der zentralen Tendenz und Modellierungsansätze im Bereich der Zusammenhangsanalysen eingeführt. Es wird vorausgesetzt, dass die theoretischen Grundlagen der Verfahren (t-Tests, Varianz- und Kovarianzanalysen, Korrelation und Regression) den Teilnehmenden gut bekannt sind, sodass nach einer kurzen Zusammenfassung der Fokus auf die Umsetzung in R gelegt werden kann. Spezifische Fragen können der Workshop-Leiterin im Vorfeld (spätestens eine Woche vor dem Termin) übermittelt werden.

Andrea Hildebrandt ist seit September 2018 Professorin für Psychologische Methodenlehre und Statistik an der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg. Zuvor war sie als Juniorprofessorin für Psychologische Diagnostik und Persönlichkeitspsychologie an der Universität Greifswald tätig. Ihre Promotion absolvierte sie im Jahr 2010 an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie im Anschluss als Postdoktorandin im Bereich Psychologische Methodenlehre erste Erfahrungen in der Vermittlung statistischer Analysemethoden sammeln konnte. Seitdem gestaltete Andrea Hildebrandt zahlreiche Workshops zu verschiedenen Themen der multivariaten Statistik auf postgradualer Ebene in nationalen und internationalen Forschungskontexten. Neben ihren inhaltlichen Forschungsschwerpunkten im Bereich der Neuropsychologie individueller Unterschiede entwickelt und erprobt sie lokal gewichtete Strukturgleichungsmodelle, die bereits in den Verhaltens- und Neurowissenschaften sowie der Biometrie Anwendung finden. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich in der Forschung und Lehre mit statistischen Verfahren für die Analyse großer Datensätze, die durch eine hohe Anzahl gemessener Variablen gekennzeichnet sind und in der Regel für die Vorhersage oder Klassifikation zukünftiger Beobachtungen eingesetzt werden.


JuWi-Treffen


Das Treffen der Jungwissenschaftlerinnen und Jungwissenschaftler auf der „Psychologie und Gehirn 2020“ findet am Mittwoch, den 10. Juni 2020 um 14:00 Uhr im Hörsaal des Instituts für Psychologie (Engelbergerstraße 41, 79106 Freiburg i. Br.) statt. Das Treffen richtet sich an Masterstudierende, Promovierende, Post-Docs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren, und dient dem Austausch und der Vernetzung. Zunächst werden die Jungmitgliedervertreterinnen und Jungmitgliedervertreter der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der DGPs und der DGPA über ihre Tätigkeiten im vergangenen Jahr berichten und einen Ausblick auf die geplanten Tätigkeiten im kommenden Jahr geben. Dabei legen wir großen Wert auf Eure Anregungen und Rückmeldungen. Danach wählen die Anwesenden die neue stellvertretende Jungmitgliedervertreterung der DGPA sowie der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der DGPs.

Im zweiten Teil des Treffens diskutieren wir gemeinsam über das Thema „Traum-Job oder Job-Trauma? Der wissenschaftliche Angestellte und das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG).“ Dieses Gesetz regelt die Beschäftigung von Wissenschaftlern in zeitlich befristeten Verträgen. Dazu wird Andreas Keller einen Vortrag halten. Andreas Keller ist der stellvertretende Vorsitzende der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) im Bereich Hochschule und Forschung. Als weiteren Redner konnten wir Simon Pschorr gewinnen, der sich als Jurist und Politiker mit dem WissZeitVG beschäftigt. In diesem Teil unseres Treffens könnt ihr mit zwei Experten über die Beschäftigungsverhältnisse an der Universität diskutieren. Wir laden Euch herzlich ein, Eure Fragen zum Thema WissZeitVG schon vorher zu sammeln, so dass sich die beiden Redner auf Eure Fragen vorbereiten können.

Im Anschluss an das Jungwissenschaftlertreffen werden wir gemeinsam zum Begrüßungsabend der Tagung auf demselben Campus aufbrechen. Wir freuen uns auf Euch!


Posterblitz


Unser Posterblitz-Symposium bietet eine Bühne für Euch Jungmitglieder. Hier werden innovative Forschungsprojekte einem möglichst breiten Fachpublikum vorgestellt. Konkret besteht das Symposium aus zehn fünfminütigen Kurzvorträgen, an die sich jeweils drei Minuten Fragen anschließen.

Für die Teilnahme am Posterblitz könnt ihr Euch beim Einreichen Eurer Posterbeiträge bewerben. Setzt einfach beim Einreichen Eures Abstracts den entsprechenden Haken im Online-Formular. Unter den Einreichungen werden wir, die Jungmitgliedervertretung der DGPA und der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der DGPs, die besten zehn Abstracts auswählen. Wir informieren Euch dann über die Auswahl. Wir freuen uns auf Eure spannenden Abstracts! Unsere Bewertungskriterien sind: Bericht von Effektstärken, Klarheit der Darstellung, Studiendesign und theoretische Herleitung der Hypothesen.


Reisestipendien


Die Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der DGPs vergibt dieses Jahr erstmals Reisestipendien für die Psychologie und Gehirn Tagung. Es werden insgesamt acht Stipendien in Höhe von maximal 325 Euro vergeben. Die Stipendien sind für Jungmitglieder der Fachgruppe vorgesehen, die sich aktiv an der Fachtagung und den Aktivitäten der Fachgruppe beteiligen möchten.

Um sich bewerben zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Jungwissenschaftlerinnen-/Jungwissenschaftler-Status (Status gilt für 8 Jahre nach der Promotion, ggf. Nachweis des Promotionsdatums)
  • Fachgruppenmitgliedschaft (Nachweis)
  • Fachtagungsbeitrag (Nachweis eines Vortrag- oder Poster-Abstracts)
  • Motivationsschreiben (Motivation für Teilnahme an Fachgruppentagung und Einreichung des Fachtagungsbeitrags; ggf. Begründung der Notwendigkeit einer Reisekostenunterstützung, max. 500 Wörter)

Die entsprechenden Unterlagen können im Zeitraum vom 15. April bis zum 01. Mai 2020 beim Jungmitgliedervertreter der Fachgruppe, Dr. Alexander Lischke, elektronisch eingereicht werden. Eine Rückmeldung erhalten die Teilnehmer bis zum 5. Juni 2020.